Die Leica

Mehrere Jahrzehnte habe ich mich nicht damit beschäftigt. Ich fand es einfach nicht angemessen, eine Sucherkamera für eine unfassbare Summe zu kaufen. Auf die Frage „für was?“ konnte ich einfach keine Antwort erkennen.

Bis zu dem Tag, an dem ich irgendetwas „Sinnvolles“ im Calumet-Shop in München kaufte. Und plötzlich lag sie vor mir auf dem Tresen.

Leica M P mit 1,4 50mm

Zuerst hielt mich meine Vernunft davon ab, sie als auch nur halbwegs sinnvoll zu betrachten. Dann nahm ich sie in die Hand und wusste in einem Sekundenbruchteil: Ich werde sie kaufen… Naja, zumindest mal „testen“. Ich nahm sie also für ein Wochenende mit. Mitnehmen…

Eigentlich wusste ich bereits im Auto, dass ich sie nicht zurückgeben werde, aber ich hielt mir die Tür offen, mich nach einem komplexen Test gegen die Leica zu entscheiden.

Wie testet man denn eine Leica? Ich nahm sie einfach mit, auf einen Spaziergang mit dem Hund und ich war überrascht, welch ein gutes Gefühl manuelle Einstellung und Fokussierung wieder sind. Natürlich sind die Bilder scharf, natürlich bildet die Kamera ein direktes Gegenlicht charmant mit einem wundervollen „Bouquet“ ab. Natürlich funktioniert alles, wie es sollte. Das Menü ist herrlich aufgeräumt und schnell zu überblicken.

Aber das ist eigentlich nicht das Entscheidende.

Für mich war plötzlich wieder „nur“ Fotografieren da. Eine Kamera dabei zu haben, die in jede Umhängetasche passt oder eben auch am Hals nicht überdimensioniert aussieht. Einfach Fotografieren…

Kein Zoom, kein Autofocus (die Schärfe ist da, wo man sie haben will), Automatik braucht man auch nicht und sie ist wirklich unglaublich leise. Ich habe mal gehört, dass die Leica eine stille Kamera ist. Sie hält sich zurück…

Ja, sie ist unfassbar perfekt verarbeitet. Ja, sie ist schwer und nichts wirkt, als sei es aus Kunststoff. Ja, die Objektive sind ein Traum und ja, sie ist definitiv kein Schnäppchen und sollte es auch nicht werden.